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Lernen mit Karteikarten – in 5 Schritten erklärt!

Wie geht lernen leichter – das fragen sich viele Schüler und alle, die sich mit Lernen beschäftigen.
Das Einspeichern neuen Wissens funktioniert auf zwei Wegen:
Entweder habe ich etwas durchschaut oder selbst erlebt, dann merke ich es mir sofort. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Lerninhalt mit Gefühlen verbunden ist, dich besonders interessiert oder motiviert. Ich merke mir z.B. seit meiner Schulzeit das französische Wort für „Schädelbruch“. Ich hatte mich damals so darüber aufgeregt, so etwas Blödsinniges lernen zu müssen und mich auch bei meinen Eltern darüber beschwert, also mit anderen über das Thema gesprochen, so dass sich diese Vokabel ganz tief in meinem Gedächtnis verankert hat. Alle anderen Vokabeln, die ich ebenfalls in diesem Kapitel lernen musste, habe ich aber schon längst wieder vergessen.
Ist das zu Lernende für uns weniger bedeutsam und gibt es nichts zu durchschauen, dann funktioniert das Einspeichern in das Gedächtnis nur, indem wir es bewusst lernen und immer und immer wieder wiederholen. Hierbei können Karteikarten eine gute Unterstützung sein.
Wie du in 5 Schritten mit Karteikarten effektiv lernen kannst, zeige ich dir hier.

1. Schritt: Das brauchst du

Du benötigst einen Karteikasten mit 5 Fächern. Die Größe der Karten kannst du so auswählen, wie es für dich am besten passt: von DIN A8 bis DIN A6 ist alles möglich. Zusätzlich benötigst du Stifte, mit denen du gerne schreibst oder deren Farbe dir richtig gute Laune machen.

2. Schritt: So legst du deine Karteikarten an

Pro Karteikarte wird ein Begriff geübt. Diesen schreibst du auf die Vorderseite. Handelt es sich um Vokabeln oder 1×1-Aufgaben, notierst du auf der Rückseite die Übersetzung oder die Lösung. Bei Lernwörtern in Deutsch könntest du z.B. auf der Rückseite das Wort als Lückenwort aufschreiben, die genau die Stelle freilässt, die du schwierig findest. Auch ein Lückensatz ist möglich, in dem man das Lernwort einsetzen müsste. Denke daran, für jeden Begriff eine neue Karte zu verwenden.

Benötigst du Hilfe beim Anlegen des Karteikastens oder eine persönliche Anleitung, wie das Lernen damit funktioniert, dann kann ich dich im Lerncoaching unterstützen. Melde dich gerne bei mir.

3. Schritt: So merkst du dir die neuen Karten

Beim Einspeichern ist es wichtig, die Aufmerksamkeit genau auf das zu Lernende zu richten. Du schaust dir das Lernwort oder die 1×1-Aufgabe genau an, machst dir bewusst, was schwierig ist, welche Regeln du vielleicht anwenden kannst und worauf du achten musst. Je besser du das zu Lernende in einen Kontext einbettest und vielleicht auch mit deinem Vorwissen verknüpfen kannst, desto leichter kannst du es dir merken. Nach nur wenigen Karten wiederholst du diese ein erstes Mal, bevor du weiter neue Karten lernst. Hast du alle Karten so bearbeitest, kommen diese in das 1. Fach deines Karteikastens. 

4. Schritt: So wiederholst du

Deine neue gelernten Karten wiederholst du am besten noch einmal später am Tag. Machst du dies nicht, hast du vermutlich schon ein Viertel des Gelernten am nächsten Tag wieder vergessen. 
Am nächsten Tag wiederholst du die Karten aus dem 1. Fach. Ist deine Lösung richtig, wandert die Karte sie in das zweite Fach. Ist sie falsch, bleibt die Karte im ersten Fach.
Die Karten aus dem 2. Fach wiederholst du alle 2 Tage. Sind deine Lösungen richtig, wandern die Karten in das 3. Fach. Ist eine Lösung falsch, wandert die Karte wieder zurück in das 1. Fach.
Die Karten im 3. Fach wiederholst du einmal in der Woche, die Karten im 4. Fach alle zwei Wochen.

5. Schritt: Abspeichern im Langzeitgedächtnis

Sind deine Lernkarten im 5. Fach angekommen, hast du sie sicher schon gut abgespeichert. Diese Karten wiederholst du am besten einmal im Monat. Auch hier gilt: Ist eine Lösung falsch, wandert die Karte wieder zurück in das 1. Fach! Ist die Lösung richtig, wird die Karte aus dem Karteikasten herausgenommen. Was du jetzt damit machst, ist dir überlassen. Du könntest sie als Trophäe sammeln und in eine schöne Box legen – so weißt du immer, wie viel zu schon erreicht hast. Du kannst du Karte aber auch einfach zerreißen oder wegwerfen. In der Lerntherapiepraxis ist das Schreddern immer sehr beliebt.

Hier sind schon viele erfolgreich gelernte Karteikarten in den Schredder gewandert!

Dir ist das Wiederholen der Karten einfach zu langweilig? Dann überlege dir, wie du das in ein Spiel einbauen kannst. Meine 5 besten Spielideen findest du in meinem Freebie „Flashcard Fun“, das du dir hier kostenlos herunterladen kannst (coming soon!)

Natürlich gibt es mittlerweile auch zahlreiche digitale Lösungen, so z.B. den virtuellen Karteikasten von Anki, mit dem du genauso zuverlässig üben kannst. Deine Karten legst du genauso an und kannst sogar noch verschiedene Abfrageoptionen eingeben. Die App erinnert dich auch daran, welche Karten an dem jeweiligen Tag anstehen, organisiert also für dich, wann du was wiederholen musst. Du hast die Karten aber nicht physisch zur Verfügung und kannst sie z.B. nicht im Haus verteilen, um bestimmte Dinge häufiger zu wiederholen. Auch fällt es vielen Menschen leichter Dinge zu lernen, die sie schon einmal selbst per Hand aufgeschrieben oder zu denen sie ein eigenes Bild gemalt haben. Diese Bilder könntest du natürlich theoretisch auch einscannen und beim Anlegen der Karten in Anki einfügen. Es gibt also jeweils Vor- und Nachteile. Ich liebe die geschriebenen Karteikarten, weil ich diese in zahlreichen Spielen einsetzen und so die Wiederholungen mit viel mehr Spaß verbinden kann.

Hier geht’s zu den kostenlosen Spielideen (coming soon!).

Du benötigst weitere Unterstützung beim Lernen oder möchtest dich als Elternteil beraten lassen? Dann kontaktiere mich gerne, damit wir besprechen können, wie ich dich unterstützen kann.

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