Zuletzt bearbeitet am 9. Oktober 2026
Unter dem Hashtag #Lerntherapeutenpower machen wir Lerntherapeuten aus unserem Netzwerk auf Social Media auf unsere Aktionen aufmerksam. Im September hätte er zu fast allem gepasst, was ich erlebt habe. In Hannover saß ich mit lieben Kolleginnen im vollen Saal beim Vortrag zum neuen Schulgesetz. In Stuttgart haben wir beim Netzwerktreffen ein ganzes Wochenende lang Spiele, Bücher und Tests unter die Lupe genommen. Und zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie haben meine Netzwerk-Kolleginnen und ich auf LinkedIn gezeigt, dass Lerntherapie vielleicht anders ist, als du denkst. Was ich aus all diesen Begegnungen mitgenommen habe und was sonst noch los war, erzähle ich dir in meinem Monatsrückblick September 2026.
Vortrag Nachteilsausgleich und neues Schulgesetz in Niedersachsen
Anfang September habe ich mich an einem Samstag mit lieben Kolleginnen in Hannover getroffen, um den Vortrag des BVL-Kreisverbands zum neuen Schulgesetz zu hören. Es war richtig voll, so dass der Vortrag auf zwei „Schichten“ aufgeteilt wurde. Friedhelm Espeter, Landesvorsitzender des Landesverbands Legasthenie und Dyskalkulie Niedersachsen e.V., fasste alle wichtigen Punkte sehr übersichtlich und kompakt zusammen.
Neu ist vor allem, dass der Nachteilsausgleich mit § 58a NSchG erstmals verbindlich im Schulgesetz verankert ist. Wer durch eine Beeinträchtigung daran gehindert wird, sein tatsächliches Leistungsvermögen zu zeigen, hat Anspruch darauf. Notenschutz kommt erst dann infrage, wenn der Nachteilsausgleich nicht ausreicht – und bei Rechenschwäche gilt er nur bis Klasse 4.
Weil sich zum 01.08.2026 tatsächlich einiges geändert hat, habe ich im September auch meinen Blogartikel zum Nachteilsausgleich endlich überarbeitet und an die neuen Vorgaben angepasst.

Netzwerktreffen in Stuttgart
Die Anreise war mal wieder der Hammer! Nachdem ich schon am Bahnsteig am Wolfsburger Bahnhof stand, die Züge umgeleitet werden sollten (weil bei Kassel eine Brücke beschädigt war), der Halt Hannover entfiel (wegen Oberleitungsschaden) und auch die Strecke über Berlin völlig überlastet war, bin ich erstmal wieder zurück nach Hause gefahren. Dort habe ich mir einen Kaffee gemacht und überlegt, ob ich zuhause bleibe oder mich irgendwie anders auf den Weg nach Stuttgart machen würde. Zum Glück bin ich doch gefahren! Erst mit dem Auto zu meinen Eltern, dort haben wir gemeinsam Kaffee getrunken, und dann mit dem Regionalzug über Mannheim nach Stuttgart.
Am späten Abend bin ich dann schließlich im Hotel in Stuttgart-Vaihingen angekommen. Als meine Kolleginnen vom Abendessen zurückkamen, ging es bereits mit dem Austausch los. Sabine Walker stellte eine Reihe von bewährten Spielen vor. Besonders angetan hatte es mir „Lunar Landing“ von ThinFun. Das und einige andere Spiel sind auf meine Wunschliste gewandert.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging es mit dem Materialaustausch weiter (denn ausgetauscht hatten wir uns natürlich beim Frühstück schon). Selbst bei Materialien, die ich schon kannte, habe ich neue Aspekte entdecken können und viele neue Ideen mitgenommen. Besonders gut gefallen hat mir das überarbeitete Standardwerk Interventionen bei Lernstörungen. Förderung, Training und Therapie in der Praxis von Lauth, Grünke und Brunstein. Ein richtig dickes Buch, das aber alle wichtigen Themen der Lerntherapie abdeckt und auch immer Hinweise zur Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen enthält, die mit Studien untermauert sind. Genau das ist mir wichtig: Ich möchte wissen, dass das, was ich mit einem Kind übe, auch nachweislich wirkt.
Am Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang durch Stuttgart unternommen und u.a. die Toiletten im Landesmuseum „besichtigt“ (passt zum modernen Ambiente des Museums und wirklich sauber!). Nach dem Abendessen haben wir mit meiner Kollegin Barbara noch einen Fröbelwürfel gefaltet (in meinem Juni-Rückblick siehst du ein Beispiel). Dieser hält einfach nur durch das Zusammenstecken der gefalteten Papiere. So spät am Abend war das doch ein bisschen herausfordernd, aber wir hatten mächtig viel Spaß!
Und selbst sonntags beim Frühstück, kurz vor der Abfahrt, haben wir den neuen Test LGVT 2-4 begutachtet und uns darüber ausgetauscht, ob wir ihn zur Lesediagnostik einsetzen würden. Ein tolles Wochenende mit vielen neuen Ideen und Impulsen zum Nachdenken, das auch die furchtbare Anreise rechtfertigte.



Tag der Legasthenie und Dyskalkulie
Am 30. September war der bundesweite Tag der Legasthenie und Dyskalkulie. Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie) und die Deutsche Kinderhilfe haben diesen Tag ins Leben gerufen. 2026 fand er bereits zum 10. Mal statt. Jedes Jahr finden an diesem Tag zahlreiche Aktionen statt, die auf die besonderen Herausforderungen bei LRS und Rechenschwäche aufmerksam machen. Meine Netzwerk-Kolleginnen und ich haben uns mit einer LinkedIn-Aktion beteiligt: „Lerntherapie ist anders, als du denkst …“ Alle Beiträge kannst du in hier nachlesen:





Wenn du noch mehr Fakten über Lerntherapie wissen möchtest, findest du 55 (Fun)Facts über Lerntherapie bei LRS und Rechenschwäche in meinem Gastbeitrag auf der Seite des Lerntherapeutennetzwerks.
Was im September sonst noch los war
- Ich habe mal wieder eine Schülerin verabschiedet. Eineinhalb Jahre haben wir zusammen gelernt, erst in Präsenz, dann online. Sie hat sich in dieser Zeit so wahnsinnig verbessert: Sie kann jetzt flüssig lesen, hat an Selbstbewusstsein gewonnen und ihre Fehlerzahl beim Schreiben halbiert. Bei solchen Abschieden bin ich immer ein bisschen traurig, aber ich weiß, dass sie jetzt alleine klarkommt.
- Zum allerersten Mal habe ich auch eine Umfrage durchgeführt: Online-Lerntherapie: Geht Beziehung über den Bildschirm? Denn diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt, von Eltern, die sich eine Online-Lerntherapie für ihr Kind noch nicht so recht vorstellen können und von Kolleginnen, die überlegen, ob sie ihre Praxis dafür öffnen sollen. Die Ergebnisse stelle ich im Oktober in einem Blogartikel zusammen.
- Im September hat die Eishockey-Saison begonnen und ich war beim ersten Heimspiel der Grizzlys Wolfsburg. Es war schön, mal wieder im Stadion zu sein. Beim Eishockey kann ich immer wunderbar abschalten. Das Spiel ist so schnell und ich muss mich so konzentrieren, dass ich den Puck sehe, dass ich an gar nichts anderes denken kann.
- Für ein paar Stunden hatte ich mal wieder eine Lerntherapeutin in Ausbildung zum Hospitieren dabei. Sie durchläuft gerade die Ausbildung im Bereich Dyskalkulie und wollte einen Einblick in die Online-Lerntherapie bekommen. Ich finde das auch für mich immer sehr lehrreich, weil ich dann vieles nochmal aus einem anderen Blickwinkel sehen kann.
- Mitte September war auch das dritte Treffen meiner Supervisionsgruppe für dieses Jahr. Nicole Gerbatsch begleitet das als Supervisorin immer ganz wunderbar und ich habe wieder viele Impulse mitgenommen.
- Außerdem hatte ich Erstklässler zum Screening da. Mit den Tests sollte abgeklärt werden, ob die aufgefallenen Schwierigkeiten in den ersten Schulwochen auf fehlende Basiskompetenzen zurückgehen. So kann schon ganz früh festgestellt werden, ob diese Kinder das Risiko haben, eine LRS oder Rechenschwäche zu entwickeln. Das war zum Glück nicht der Fall. Jetzt müssen mit der Klassenlehrkraft Lösungen gefunden werden, wie die Kinder besser in der Schule ankommen und vom Unterricht profitieren können.
Ausblick auf den Oktober 2026
- Ich gehe wieder zum Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg.
- Im Lerntherapeutennetzwerk tauschen wir uns zum Thema Leseförderung mit älteren Schülern und Screening für Erstklässler aus. Wir treffen uns zum Bloggen und zur Fragerunde mit unserem Steuerberater.
- Mein Dänisch-Kurs fängt wieder an. Mal sehen, an was ich mich noch erinnern kann.
