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Mathe im Advent 1: einfache Faltsterne basteln

Der Advent ist eine Zeit voller kleiner Rituale: Plätzchen backen, Kerzen anzünden und natürlich Basteln. Viele Familien und Klassenräume verwandeln sich in kreative Werkstätten, in denen aus Papier, Schere und ein bisschen Geduld wunderschöne Basteleien entstehen. Was dabei oft übersehen wird: Beim Basteln, z.B. von Faltsternen steckt jede Menge Mathematik mit drin. Daher basteln wir auch in der Lerntherapie in der Adventszeit Faltsterne.

Beim Basteln passiert Mathe ganz anschaulich nebenbei, begreifbar und vor allem ohne Leistungsdruck. Gerade für Kinder, die im Rechnen Schwierigkeiten haben oder Mathe eher mit Frust verbinden, kann das Falten ein echter Aha-Moment sein. Aber auch das Lesen und die Handlungsplanung wird gefördert, wenn nämlich die Anleitung gelesen und umgesetzt werden muss.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie viel mathematisches Denken im Basteln steckt, warum Papierfalten so wertvoll für das Lernen ist und wie du dein Kind (oder deine Klasse) spielerisch dabei unterstützen kannst.

Wie viel Mathe steckt im Faltstern-Basteln?

Mehr, als man auf den ersten Blick denkt! Beim Basteln von Faltsternen trainieren Kinder ganz nebenbei wichtige mathematische Fähigkeiten:

Geometrie verstehen: Durch das Falten entstehen regelmäßige Formen wie Dreiecke oder Vierecke – ideal, um Symmetrie, Winkel und Achsen zu entdecken.
Feinmotorik und Genauigkeit: Exaktes Falten ist eine gute Übung für sauberes Arbeiten, auch die Anwendung des Lineals wird geübt – beides wichtige Grundlagen in der Mathematik.
Mathematische Sprache anwenden: Begriffe wie „diagonal“, „symmetrisch“, „halbieren“ oder „Mittelpunkt“ lassen sich im Tun begreifbar machen.
Logisches Denken fördern: Die Faltabfolge muss in einer bestimmten Reihenfolge erfolgen – das fördert das logische und strukturierte Denken.

Wichtig: Sprecht beim Basteln über eure Handlungen. So wird Mathe erlebbar und macht Spaß!

Mathe begegnet uns überall – auch wenn wir gar nicht daran denken

Mathematik begegnet uns viel häufiger, als wir denken. Oft passiert es genau in den Momenten, in denen wir gar nicht an Zahlen, Formen oder Regeln denken. Besonders im Advent, wenn es gemütlich wird und wir basteln, backen oder dekorieren, steckt Mathe mitten im Alltag. 6 mathematische Probleme beim Plätzchenbacken hat meine Kollegin Pia Fest in ihrem Blogartikel zusammengefasst.

Ganz viel Mathematik steckt aber auch im Basteln von Faltsternen: Sie sehen hübsch aus, machen Spaß und gleichzeitig trainieren Kinder beim Falten wichtige mathematische Grundlagen, ohne überhaupt zu merken, dass sie gerade Mathe machen. Gerade für Schüler, die mit dem Rechnen Schwierigkeiten haben, ist das eine große Chance. Sie erfahren Mathe stressentlastet und durch konkreta Handlungen.

Ein Faltstern ist Geometrie zum Anfassen

Aus einem einfachen Stück Papier können kleine Wunder entstehen, zum Beispiel diese schönen Faltsterne, die im Advent jedes Fenster ein bisschen heller machen. Und ganz nebenbei steckt beim Papierfalten mehr Mathematik drin, als man im ersten Moment denkt.

Hier geht es zu der Grundanleitung Weihnachtsstern 2D und der Erweiterung Weihnachtsstern 3D.

Schon das Zuschneiden des Quadrats führt Kinder in die Welt der Formen. Beim Falten tauchen ganz automatisch Dreiecke, Rechtecke, Symmetrieachsen, Hälften und Viertel auf, ohne dass jemand dabei an Mathe denken würde. Die Kinder arbeiten mit ihren Händen, ihrer Wahrnehmung und ihrer Neugier. Sie sehen und spüren, wie aus ein paar einfachen Faltungen ein immer komplexeres Muster entsteht. Genau so fühlt sich Geometrie an, wenn sie lebendig wird: anschaulich, greifbar, kreativ.

Auf den ersten Blick würde wohl niemand sagen, dass Basteln etwas mit Mathematik oder schulischen Kompetenzen zu tun hat. Aber wenn wir genauer hinschauen, entdecken wir, wie viele Lernchancen im Papierfalten stecken – ganz besonders für Kinder, die sonst schnell das Gefühl haben, bei Mathe nicht „mitzukommen“.

Welche Lernchancen bietet das Papierfalten?

  • Das Falten unterstützt die Entwicklung des räumlichen Vorstellungsvermögens, welches eine wesentliche Voraussetzung für das Verständnis der Geometrie ist. 
  • Durch das Lesen der Anleitung werden spielerisch grundlegende mathematische Begriffe, wie Ecke, Seite oder diagonal gelernt oder gefestigt. Mathematische Sprache nutzen wir so ganz nebenbei, ohne uns dessen bewusst zu ein. 
  • Wir lernen, dass die Faltschritte in einer logischen Abfolge und sorgfältig durchgeführt werden müssen, um zu einem schönen Ergebnis zu kommen. Im vorliegenden Beispiel üben wir auch das korrekte Messen mit dem Lineal: Wie muss ich das Lineal anlegen? Wo liegt die Null? Wieviel sind 3 cm?
  • Jüngere Kinder lernen genau zu beobachten und Faltschritte genau nachzumachen. So wird die Konzentrationsfähigkeit, die Feinmotorik und auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gefördert.
  • Während des Faltens können wir Symmetrien und geometrische Muster erkennen. 

Mathe ohne Druck: Adventsbasteln als Chance für mehr Selbstvertrauen

Besonders Kinder mit LRS, Rechenschwäche oder negativen Erfahrungen im Unterricht profitieren davon, Mathematik im Alltag positiv zu erleben. Beim Basteln sind sie kreativ, erfolgreich und stolz auf ihr Ergebnis. Das Gefühl: „Ich kann das!“ ist ein wichtiger Schritt, um Selbstvertrauen in mathematische Aufgaben aufzubauen. So wird aus der ganz alltäglichen Situation Wir basteln Weihnachtsschmuck für unser Fenster eine echte Lernchance. Entscheidend ist, dass wir den Blick darauf lenken und über unsere Entdeckungen sprechen ohne dass dabei der Spaß zu kurz kommt!

Das Basteln gibt uns die Möglichkeit Kindern zu zeigen, dass Lernen so viel mehr als Schule ist und dass im Alltag viele echte Lernchancen stecken.

Falls du Lust hast, es dir beim Basteln gemütlich zu machen, findest du hier noch das Rezept für einen leckeren Winterpunsch.

Veröffentlicht unter Mathematik

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1 Kommentar

  1. Pingback:Mathe brauche ich nicht, oder? | Lerntherapie und Supervision Gerbatsch

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