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Online-Lerntherapie, steigende Nachfrage und 3 weitere Trends für die Lerntherapie 2026

Sabine Landua und ihrer Lerntherapiepraxis, Text: 5 Trends für die Lerntherapie 2026 und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um als Lerntherapeut zu starten

In der letzten Zeit stelle ich vermehrt fest, dass sich die Herausforderungen, vor denen viele Kinder im schulischen Alltag stehen, spürbar verändern. Der Leistungsdruck steigt und die wachsenden Unsicherheiten und Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen stehen lange Wartezeiten für Förderangebote gegenüber. Gleichzeitig wächst der Bedarf an qualifizierter Lerntherapie so stark wie selten zuvor. Gerade die Online-Lerntherapie eröffnet dabei neue Möglichkeiten, Kinder überregional zu begleiten – meiner Meinung nach ein klarer Trend für die Lerntherapie 2026. Dies ist nicht nur für Familien interessant, sondern macht Lerntherapie auch zu einem zunehmend attraktiven Berufsfeld für alle, die Kinder im Lernen stärken möchten.

In diesem Artikel stelle ich dir fünf Trends vor, die die Lerntherapie 2026 bestimmen werden. Sie zeigen, wie wir Kinder in herausfordernden Zeiten wirksam unterstützen können und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, selbst in die Lerntherapie einzusteigen.

5 Trends, die die Lerntherapie 2026 prägen werden

1. Online Lerntherapie wird als Wahlmöglichkeit immer beliebter. Studien belegen, dass sie genauso erfolgreich sein kann wie Lerntherapie in Präsenz.
2. Selbstregulation ist für das Lernen entscheidend. Gleichzeitig haben viele Schüler damit ihre Schwierigkeiten. 2026 wird das Thema daher stärker in den Fokus rücken.
3. Lernrituale gewinnen an Bedeutung, um die Selbstregulation zu fördern.
4. Digitale Tools bieten zahlreiche Übungsmöglichkeiten können eine Lerntherapie aber nicht ersetzen. Sie sind aber geeignet, um die Wartezeit auf einen Lerntherapieplatz zu überbrücken.
5. Die Nachfrage nach qualifitierter Lerntherapie wird weiter steigen.
2026 ist daher ein gutes Jahr, um als Lerntherapeut zu starten!

Trend 1: Online-Lerntherapie wird 2026 zum Standard

Noch vor einigen Jahren war Online-Lerntherapie unvorstellbar. Mit den Schulschließungen während der Corona-Pandemie wurde die Online-Lerntherapie dann zu einer Übergangslösung, zu etwas, das man „zur Not“ macht, wenn eine Lerntherapie in Präsenz nicht möglich ist. Diese Sicht hat sich mittlerweile komplett verändert. Ich bekomme immer mehr Anfragen, die sich speziell auf das Angebot der Online-Lerntherapie beziehen. 2026 wird die Online-Förderung daher endlich als ein vollwertiges, professionelles Lerntherapie-Format gesehen werden, denn auch Studien bestätigen, dass Online-Lerntherapie genauso erfolgreich sein kann, wie eine Lerntherapie in Präsenz (Verwimp et al., 2024). Entscheidend für den Erfolg einer Lerntherapie ist nicht das Setting, sondern vielmehr die Qualität, mit der sie durchgeführt wird.

Meine Erfahrungen der letzten 5 Jahre haben gezeigt, dass Online-Lerntherapie sehr gut funktionieren kann und eine Reihe von Vorteilen bietet. Für viele Familien bedeutet sie weniger Stress, weil Fahrzeiten wegfallen, Termine leichter in den Alltag passen und Kinder in ihrer gewohnten Umgebung arbeiten können. Das sorgt für mehr Ruhe, weniger Druck und oft auch für eine bessere Motivation.

2026 ist es daher auch an der Zeit, die Online-Lerntherapie weiterzuentwickeln: Hybridmodelle, bei denen Präsenz- und Online-Termine flexibel kombiniert werden, gewinnen an Popularität. Auch ist es denkbar, die wöchentliche 45 Minuten-Einheit auf mehrere Termine in der Woche zu verteilen. Dadurch entstehen häufigere Wiederholungen und der Lernstoff kann besser verinnerlicht werden. Auch sind kürzere Einheiten nach einem langen Schultag für viele Schüler einfacher zu absolvieren als eine komplette Lerntherapie-Einheit. So entsteht eine Form der Lerntherapie, die flexibel, modern und familienfreundlich ist und für viele Kinder die bestmögliche Unterstützung bietet.

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Trend 2: Selbstregulation & Konzentration als Schlüsselkompetenzen in der Lerntherapie

In den letzten Jahren beobachte ich immer mehr Schüler, die Schwierigkeiten damit haben, sich selbst zu regulieren und ihre Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Viele Kinder stehen daher unter einem hohen schulischen und alltäglichen Druck, der sie zunehmend in eine Abwärtsspirale zieht. Dabei beeinflusst die Fähigkeit, sich zu fokussieren, Emotionen zu steuern und Aufgaben strukturiert anzugehen, die Lernentwicklung häufig stärker als die reine Fachkompetenz. 2026 muss daher der Bereich „Selbstregulation und Konzentration“ noch stärker in den Mittelpunkt der Lerntherapie rücken. Meine 7 besten Konzentrationstipps kannst du hier nachlesen.

Besonders wichtig wird in diesem Zusammenhang die Förderung der exekutiven Funktionen, also jener mentalen Prozesse, die unser Denken, Fühlen und Handeln überwachen. Die exekutiven Funktionen beinhalten drei Bereiche: die Inhibition, also die Verarbeitung bzw. Hemmung unwichtiger Reize, die kognitive Flexibilität, d.h. wie schnell ich mich auf neue Situationen einstellen kann und das Updating, das bewusste Präsenthalten von Informationen. Wenn diese Bereiche schwach ausgeprägt sind, fällt Kindern das Lesen, Schreiben und Rechnen nicht nur schwerer, sie geraten auch schneller in Frust, verlieren den Faden oder können Gelerntes nicht anwenden.Zusammenfassend kann man sagen, dass die exekutiven Funktionen für die „Selbstregulation in unlustigen Situationen“ zuständig sind – aus Sicht meiner Schüler also für die Selbstregulation bei vielen Schulthemen. 

Für die Förderung bedeutet das eine klare Weiterentwicklung: Lerntherapie bei LRS und Rechenschwäche wird noch ganzheitlicher. Es geht nicht mehr verstärkt darum, Rechtschreibregeln zu lernen oder Rechenstrategien zu üben – das kann auch eine Nachhilfe leisten. Stattdessen wächst 2026 das Verständnis dafür, dass Kinder erst dann wirklich lernen können, wenn sie innerlich stabil, aufmerksam und handlungsfähig sind. Das Thema Selbstregulation wird daher als entscheidende Schlüsselkompetenz für den Lernerfolg eine noch größere Rolle in der Lerntherapie einnehmen.

Trend 3: Lernrituale & Mini-Routinen gewinnen 2026 weiter an Bedeutung

Parallel zum wachsenden Fokus auf Selbstregulation gewinnen Lernrituale und Mini-Routinen 2026 weiter an Bedeutung! Viele meiner Schüler brauchen deutlich mehr Orientierung, Ruhe und Struktur, um sich sicher im Lernprozess bewegen zu können. Für sie ist Schule häufig stressbesetzt, weil sie bereits wiederholt Misserfolgserlebnisse hatten.

Rituale in der Lerntherapie schaffen einen sicheren Rahmen. Sie zeigen an was jetzt kommt, und reduzieren damit Unsicherheit und kognitive Belastung. In der Lerntherapie habe ich daher bereits 2025 damit begonnen, den Einheiten einen festgelegten Ablauf zu geben. Ein kurzes Start-Ritual, in dem wir über die Besonderheiten der letzten Woche sprechen, eine feste Reihenfolge von Übungen und der Blick auf die Erfolge und schönen Momente mit dem Konfettiglas-Ritual. All dies kann Kindern und Jugendlichen helfen, leichter in den Lernmodus zu finden, dranzubleiben und das Üben besser zu bewältigen. 

Besonders wirksam werden diese Routinen, wenn sie in den Lernalltag integriert werden können. So ergänzen viele meiner Schüler unter der Woche eigenständig oder auch mit ihren Eltern, ihre besonderen Erfolgsmomente in ihrem Konfettiglas. Sie trainieren so immer wieder, ihren Blick auf die positiven Erlebnisse und kleinen Erfolge zu lenken. Solche Rituale sind vor allem für Kinder mit LRS oder Rechenschwäche hilfreich. Sie sind im Alltag häufig von Unsicherheiten geprägt und erleben Lernen oft als anstrengend oder frustrierend. Feste Mini-Routinen reduzieren diese Belastung und fördern gleichzeitig das Gefühl: „Das kann ich schaffen.“ Wiederkehrende Strukturen werden so zu einem Motor für Selbstwirksamkeit und Lernfreude.

Trend 4: Personalisierte Förderung durch digitale Tools

Ein weiterer Trend, der die Lerntherapie 2026 prägen wird, ist der zunehmende Einsatz von digitalen Diagnostik- und Förderprogrammen. Viele dieser Tools haben sich bereits 2025 zu wertvollen Unterstützungsinstrumenten entwickelt, um Lernprozesse sichtbar, strukturierter und individueller zu machen. 2026 werden sicher weitere wertvolle Tools hinzukommen. 

Besonders interessant ist dabei der Bereich der adaptiven Übungsprogramme. Diese erstellen nach einer Eingangsdiagnostik ein individuelles Förderprogramm und passen die Aufgaben im Übungsverlauf immer wieder entsprechend an. Die Übenden erhalten unmittelbares Feedback und können in der Regel irgendeine Art von Punkten sammeln, die sie anschließend einlösen können. Für Kinder kann das sehr motivierend sein: Sie sehen unmittelbar, was sie schon können, und erhalten idealerweise Aufgaben, die genau zu ihrem aktuellen Lernstand passen. Darüber hinaus kann der Lernfortschritt von einem begleitenden Erwachsenen sehr gut nachverfolgt werden.

Die Vorteile digitaler Lernprogramme sind offensichtlich. Gleichzeitig ist wichtig, die Grenzen im Blick zu behalten. Digitale Tools können Lerntherapie unterstützen, aber sie ersetzen sie nicht. Ein Kind lernt nicht besser, nur weil es mehr klickt. Entscheidend bleibt der lerntherapeutische Rahmen: Meine Lerntherapie basiert auf Beziehung und Ermutigung, einer klaren Struktur und der individuellen Anleitung. Da viele Schüler aber lange auf einen Lerntherapieplatz warten müssen, können digitale Tools 2026 personalisierte Förderung bieten, um die Wartezeit zu überbrücken.

Trend 5: Die Nachfrage nach qualifizierten Lerntherapeuten steigt 2026 weiter

Die Nachfrage nach qualifizierter Lerntherapie wird 2026 weiter steigen. Schulen stehen unter hohem Druck die Unterrichtsversorgung aufrechtzuerhalten. Weil Ressourcen fehlen, werden Förderstunden reduziert oder sogar ganz gestrichen. Lehrkräfte, die z.T. fachfremd unterrichten, werden mit der Förderung von Schülern mit LRS oder Rechenschwäche allein gelassen. Viele Familien suchen deshalb frühzeitig professionelle Unterstützung. 

Für Eltern bedeutet das jedoch oft lange Wartezeiten, besonders in Regionen mit geringen Therapieangeboten. Schon jetzt beträgt die Wartezeit je nach Region 6-12 Monate. Vor allem die Online-Lerntherapie wird dabei 2026 eine wichtige Rolle spielen (siehe Trend 1). Sie ermöglicht überregionale Versorgung und entlastet strukturschwache Gebiete, in denen es vor Ort zu wenig Lerntherapeutinnen gibt. Aber auch für die Online-Lerntherapie gibt es noch zu wenig Angebote. 

Für Lerntherapeutinnen bietet dieser Trend die Chance, sich zu spezialisieren, in die Online-Förderung einzusteigen und die eigene Lerntherapie professionell weiterzuentwickeln. Aber auch für Interessierte, die sich beruflich umorientieren möchten, bietet die Lerntherapie 2026 ein interessantes Berufsumfeld. Wie du als Lehrkraft in die Lerntherapie einsteigen kannst, kannst du in meinem Blogartikel Aus dem Schuldienst ausgestiegen: Warum ich diese Entscheidung nicht bereue weiterlesen. 

Du willst 2026 selbst als Lerntherapeutin starten?

Wenn du beim Lesen dieser Trends spürst, dass Lerntherapie gerade jetzt ein spannendes, sinnvolles und zukunftssicheres Berufsfeld ist, liegst du genau richtig. Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen klar, dass 2026 ein idealer Zeitpunkt ist, um in die Lerntherapie einzusteigen oder deine eigene Praxis in Richtung Online-Lerntherapie weiter zu professionalisieren.

Viele, die den Weg in die Lerntherapie gehen, kommen aus der Schule, der Sozialpädagogik oder angrenzenden pädagogischen Bereichen. So habe auch ich 2016 den Weg als Lehrkraft in die Lerntherapie gewagt. Wie ich damals auch, stehen Berufsanfänger vor zahlreichen Herausforderungen: 

  • Wie führe ich eine gute Eingangsdiagnostik durch?
  • Wie plane ich wirksame Therapieeinheiten in Präsenz oder online?
  • Wie begleite ich Kinder mit LRS oder Rechenschwäche individuell und nachhaltig?
  • Und wie schaffe ich einen Therapiealltag, der sowohl strukturiert als auch flexibel ist?

Genau hier setzt mein Coaching für (angehende) Lerntherapeutinnen an.
Ich unterstütze dich dabei, Schritt für Schritt in die Lerntherapie hineinzuwachsen oder deine Arbeit auf ein neues Qualitätsniveau zu heben – praxisnah, klar strukturiert und orientiert an den Trends, die 2026 prägen.

Du musst also nicht allein herausfinden, wie Lerntherapie (online) am besten funktioniert, sondern kannst von meiner Erfahrung profitieren und dir Begleitung, Struktur und Sicherheit holen, bevor du startest oder während du deine Praxis in eine neue Richtung lenkst.

Wenn du 2026 als Lerntherapeutin beruflich neu durchstarten oder dich im Bereich Online-Lerntherapie weiterentwickeln möchtest, begleite ich dich gern auf diesem Weg.

Starte mit Yeah und mach das Jahr 2026 zu deinem Jahr!

Veröffentlicht unter Lerntherapie allgemein, Online-Lerntherapie

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