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Mein Monatsrückblick Juni 2026: Was bleibt eigentlich?

Sabine Landua auf dem Marktplatz vor dem Mainzer Dom

Zuletzt bearbeitet am 5. Juli 2026

Der Juni stand bei mir unter einer Frage, die ich zugegebenermaßen erst im Nachhinein als roten Faden erkannt habe: Was bleibt eigentlich? Was bleibt nach 30 Jahren von der Schulzeit, wenn man alte Mitschüler wiedertrifft? Was bleibt, wenn eine Lerntherapie zu Ende geht? Und was nehme ich aus einem Netzwerktreffen mit? Zwischen einem sonnigen Wochenende am Rhein, drei Verabschiedungen zum Schuljahresende und einem Tag voller Ideen in Göttingen kam einiges zusammen. Ich nehme dich hier mit durch meinen Juni.

Was von der Schulzeit bleibt

Gleich doppelt gefeiert

Mitte Juni war ich auf meinem 30-jährigen Abi-Treffen. Genauer gesagt war ich sogar auf zwei Treffen, denn nach der zehnten Klasse habe ich die Schule gewechselt. So durfte ich gleich doppelt feiern – einmal mit dem Jahrgang, mit dem ich tatsächlich Abi gemacht habe, und einmal mit den Mitschülern, mit denen ich bis zur zehnten Klasse zusammen war.

Beide Treffen fanden bei strahlendem Sonnenschein am Rheinufer statt und beide waren toll. Mit meinem Abi-Jahrgang gab es erst eine Führung durch unsere alte Schule – da hat sich tatsächlich einiges verändert – und anschließend ein gemeinsames Picknick am Mainzer Rheinufer. Ich habe alle gleich wiedererkannt, und wir haben uns toll unterhalten.

Auch mein alter Jahrgang hatte mich eingeladen, so dass ich im Anschluss noch ans Oppenheimer Strandbad gefahren bin. Ich hatte etwas Bedenken, weil ich ja nicht mehr so richtig dazugehörte, aber ich wurde sofort mit offenen Armen empfangen. Meine frühere beste Freundin und meine alte Sitznachbarin kamen sofort auf mich zu. Auch andere, mit denen ich groß geworden bin – wir haben in der gleichen Straße gewohnt – kamen mich gleich begrüßen. Ich hätte mir also gar keine Gedanken machen müssen.

Kein Vergleich

Was mich wirklich beeindruckt hat, war die Freundlichkeit, mit der alle aufeinander zugegangen sind. Kein Vergleichen – wer hat den besseren Job, wer verdient mehr, wer hat das schönere Haus. Stattdessen ehrliches, offenes Interesse: Wie geht es dir heute? Wie ist es dir ergangen in all den Jahren? Denn manche hatte ich tatsächlich 30 Jahre nicht mehr gesehen. Trotzdem haben wir uns sofort gut unterhalten, die Verbundenheit war da, weil wir zusammen groß geworden sind. Wir haben so viele Erlebnisse miteinander geteilt, die natürlich zur Sprache kamen – genauso wie einige alte Fotos aus unserer Schulzeit gezeigt wurden. Wobei ganz klar festzuhalten ist: Von diesem Wochenende existieren vermutlich mehr Bilder von uns als aus unserer ganzen Schulzeit zusammen.

Was bleibt?

Natürlich habe ich mich gefragt, was nach 30 Jahren noch von der Schulzeit bleibt. Es sind mit Sicherheit nicht die schulischen Inhalte – von den grundlegenden Kenntnissen mal abgesehen. Ich glaube, es sind die Beziehungen, die prägen. Die Beziehungen zu Mitschülern, die Freundschaften, aber auch die Streits, die wir miteinander hatten, aushalten und Kompromisse finden mussten. Vor allem auch die Beziehung zu Lehrkräften, die unser Potenzial gesehen und uns herausgefordert haben.

So kam zum Beispiel unsere Fahrradtour in der 9. Klasse immer wieder zur Sprache. Damals sind wir mit unseren Fahrrädern von der Schule aus losgefahren, nur unsere Klasse, das Rheintal entlang. Wir sind von Jugendherberge zu Jugendherberge gefahren, haben es zur Loreley hinauf geschafft, ohne abzusteigen, und haben Reifen geflickt. Was von dieser Fahrt bleibt, ist die Erinnerung an unseren Klassenlehrer, der uns das alles zugetraut und der uns zu dem tollen Gefühl verholfen hat, etwas geschafft zu haben, was nicht selbstverständlich war.

Das versuche ich auch meinen Schülern zu vermitteln: An Herausforderungen wachsen wir und am Ende können wir mit Stolz darauf zurückblicken. Das Gefühl, ein Ziel erreicht zu haben, ist einfach wunderbar!

Wann ist eigentlich eine Lerntherapie zu Ende?

Was bleibt – diese Frage stellt sich gerade nicht nur beim Abi-Treffen. Das Schuljahr endet, und so habe ich Ende Juni gleich drei Schüler verabschiedet, die die Lerntherapie beenden. Immer wieder stellt sich da die Frage: Wann ist eigentlich das Ende der Lerntherapie erreicht? Denn alle drei Schüler verlassen mich auf ganz unterschiedlichem Niveau, aber für jeden von ihnen ist jetzt ein guter Punkt aufzuhören.

Die Lehrerin eines dieser Schüler hat mir eine Mail geschrieben. Aus dieser war herauszulesen war, dass sie mit dem Beenden der Lerntherapie nicht glücklich ist, weil der Schüler eben noch nicht fehlerfrei rechnet. Was diese Lehrkraft aber nicht sieht, sind die vielen anderen Aspekte, die bei der Lerntherapie mit hineinspielen: Der Schüler hat wahnsinnig toll aufgeholt, und ja, ein, zwei Themen wären noch gut gewesen. Gleichzeitig stehen für ihn im Moment aber andere wichtige Dinge an, und so kann man die Lerntherapie zugunsten anderer Schwerpunkte jetzt getrost beenden. Denn eine Lerntherapie hat immer den ganzen Schüler im Blick und manchmal sind dann andere Dinge wichtiger.

Natürlich haben wir gemeinsam besprochen, was dieser Schüler in den Ferien mit Unterstützung weiter bearbeiten sollte, um im nächsten Schuljahr gut starten zu können. Das Ende der Lerntherapie ist nämlich kein „perfektes“ Kind, sondern ein Abwägen, was gerade wichtig ist. Somit blicken wir in der letzten Lerntherapiestunde auch immer darauf, wie es weitergehen kann und wie das Kind es schaffen kann, alleine weiterzukommen.

Welche Missverständnisse es rund um das Ende einer Lerntherapie gibt und was eine Lerntherapie wirklich leistet, kannst du in meinem Blogartikel weiterlesen: Lerntherapie ist keine Dauerbegleitung – was sie wirklich bewirkt.

Niedersachsen-Netzwerktreffen in Göttingen

Zum Abschluss des Schuljahres habe ich mich mit einigen Lerntherapeutinnen aus unserem Netzwerk in Göttingen getroffen. Es war das erste Live-Niedersachsen-Treffen, zu dem Barbara uns in ihre Lerntherapiepraxis eingeladen hatte. Wir haben uns erst in einem kleinen Café in der Stadt getroffen, etwas gegessen und uns über viele tolle Dinge ausgetauscht. (Spoiler: So ging es den ganzen Tag weiter.) Anschließend hat Kinga uns ein bisschen durch Göttingen geführt und ein paar Sehenswürdigkeiten gezeigt. Danach trafen wir uns in Barbaras Praxis.

Dort hatte sie für uns ein Mini-Projekt vorbereitet: Wir haben Fröbel-Würfel gefaltet, die nur durch Zusammenstecken sehr stabil halten. Diese Idee habe ich im Anschluss gleich in die Praxis umgesetzt und mit einigen meiner Schülern gefaltet. Dabei haben wir geübt, Anleitungen zu lesen – ich übrigens auch. Denn obwohl ich das schon einmal mit Barbara durchgeführt hatte, musste ich an einer Stelle lange überlegen. Wie war das in der Anleitung eigentlich nochmal genau gemeint war, damit aus den Papierstücken schließlich ein Würfel wird?

Genau das schätze ich an diesem Netzwerk so sehr: Man tauscht sich aus, trifft sich online oder auch immer mal wieder live und kommt mit vielen Ideen zurück. Diese kann man ein paar Tage später schon in der eigenen Lerntherapie umgesetzen. Was von so einem Tag bleibt, ist also nicht nur ein schöner Ausflug, sondern ganz konkret etwas, das meinen Schülern zugutekommt.

Das war im Juni 2026 sonst noch los

  • Seit Beginn des Monats steht ein Pedaltrainer unter meinem Tisch. Eigentlich war er für mich gedacht – um die Zeit am Schreibtisch sinnvoll zu nutzen. Aber sobald meine Schüler das Pedalo entdeckt hatten, wollten sie natürlich auch treten. „Dann habe meine Füße was zu tun“, sagte eine Schülerin begeistert. Natürlich wollten alle am Ende auch wissen, wie viele Kilometer sie geschafft haben und wo sie von hier aus damit hinkommen würden. Das macht richtig Spaß!
  • Das Abi-Treffen hat tatsächlich bereits im Vorfeld große Wellen geschlagen: Emails wurden ausgetauscht, alte Fotos rausgesucht und ich habe mich an einem Abend mit Miriam online getroffen. Obwohl wir während unserer Schulzeit keine Kurse zusammen hatten, haben wir uns gut unterhalten und die Zeit verging wie im Flug.
  • Das Abi-Treffen hat übrigens auch dazu geführt, dass ich meinen 1 1/2 jährigen WhatsApp-Boykott aufgegeben habe (mehr dazu findest du in meinem Januar-Rückblick 2025). Nachdem ich 6 Stunden immer wieder wiederholt hatte: „Ich habe kein WhatsApp“, habe ich es gegen 16 Uhr aufgegeben, als es um das Teilen von Fotos ging. Und es sind wirklich sehr viele Fotos und tolle Erinnerungen zusammengekommen. Außerdem wollen wir so ein neues Ehemaligentreffen unserer 10 Klasse vorbereiten. Na ja: Ich bin dann jetzt wieder auf WhatsApp!
  • Am Tag nach unserem Abi-Treffen habe ich mich noch mit meiner besten Jugendfreundin Sandra getroffen, die ich 30 Jahre aus den Augen verloren hatte. Sie hat mich im Vorfeld des Treffens angeschrieben. Auch hier gab es viel zu erzählen und wir werden uns sicher bald wieder treffen!
  • Der Bienenwolf ist wieder da! Wie jedes Jahr (seit 3 Jahren mittlerweile) haben sich die seltenen und natürlich unter Naturschutz stehenden Bienen in unserem Eingang eingenistet. Dort graben sie munter ihre Gänge und schaffen dabei viel Sand zur Seite. Zum Glück sind sie für Menschen eher ungefährlich und so dürfen sie den Sommer unter unseren Eingangsstufen leben. Bald ist der Nachwuchs geschlüpft und wir haben wieder Ruhe.
  • Es war wahnsinnig heiß! Schön bei unserem Treffen in Göttingen waren es über 30 Grad (und im Zug war es eisig). Aber das letzte Juni-Wochenende hat das noch getoppt: Am Samstag hatten wir über 40 Grad – und wir abends ein Grillfest im Garten! Wir haben viel Sonnenschutz aufgebaut, sind mit dem Schatten mitgewandert und haben das Planschbecken aufgestellt, damit man wenigstens die Füße etwas kühlen konnte. Ich hoffe, der Siebenschläfer wird kein Maß für den Sommer, denn so heiß muss es wirklich nicht sein.
  • Ich habe wieder vierblättrige Kleeblätter gefunden. Nachdem ich in meiner Jugendzeit schon einmal in einem Sommer mehrere gefunden hatte, habe ich bei einem Waldspaziergang wieder einige gefunden. Eins habe ich mitgenommen, den Rest habe ich weiterwachsen lassen.

Das habe ich im Juni 2026 gebloggt

Tatsächlich gar nichts. Der Juni war so voll und ich war jedes Wochenende beschäftigt, so dass ich nicht zum Schreiben gekommen bin. Das hole ich im Juli nach, denn es ist Blogparadenzeit

Meine Erlebnisse rund um das Abitreffen und die Gedanken, die damit verbunden sind, werde ich noch in einem eigenen Blogartikel zusammenfassen. Nicole Gerbatsch hat nämlich gerade zur Blogparade aufgerufen: Wie meine Schulzeit mich geprägt hat. Das passt gerade ziemlich gut. Es sind aber auch viele andere tolle Blogparaden am Start, so dass ich sicher noch interessante Themen finden werde.

Ausblick auf den Juli 2026

  • Ich schreibe meinen Beitrag zu Nicole Gerbatschs Blogparade Wie meine Schulzeit mich geprägt hat und noch zu weiteren interessanten Blogparaden. Ich bin gespannt, wie viele ich schaffen werde.
  • In Niedersachsen beginnen die Sommerferien. Einige Schüler werden mit mir auch in den Ferien lernen – manche sogar in einem einwöchigen Intensivkurs. Ich bin sehr gespannt darauf.
  • Im Urlaub werde ich mich mit Gisela treffen. Gemeinsam wollen wir einen Artikel über unser Abitreffen für das Jahrbuch der Schule schreiben. Ich freue mich schon!
Veröffentlicht unter Rückblicke

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