Zuletzt bearbeitet am 5. Juli 2026
Mein Monatsrückblick für den Mai kommt diesmal etwas später. Das liegt vor allem daran, dass ich dachte, im Mai sei nicht so viel los gewesen. Als ich dann aber den Mai-Rückblick in den Juni-Rückblick integrieren wollte, habe ich festgestellt, dass dem gar nicht so war. Tatsächlich hatte der Mai ganz unterschiedliche Seiten: Ich war selbst mal wieder Schülerin, mein Newsletter hat endlich einen Namen bekommen und in einem Seminar habe ich mich damit beschäftigt, wie ich Lernfortschritte besser sichtbar machen kann. Dazu kam eine Frage, die im Moment alle beschäftigt, nämlich, was Künstliche Intelligenz eigentlich für uns und unsere Arbeit bedeutet. Also genug. um einen eigenen Rückblick für den Mai 2026 zu schreiben.
Ich war mal wieder Schülerin – und mein Newsletter hat einen Namen
In den letzten Wochen war ich selbst mal wieder Schülerin. Im Kurs „Double your list“ von Judith Peters habe ich richtig viel Neues gelernt und herausgekommen sind gleich zwei Dinge. Zum einen habe ich meinen Newsletter überarbeitet und ihm einen Namen gegeben: Yeah & News. Das soll auch künftig das Programm sein. In jedem Newsletter schreibe ich dir etwas über mein Yeah der Woche und über News aus meiner Lerntherapie. Den Abschluss bilden wie immer meine Leseempfehlungen.
Zum anderen ist ein neues, kostenloses PDF entstanden: Fokus an! – mit 7 Tipps, wie dein Kind beim Lernen besser bei der Sache bleibt. Du kennst das bestimmt: Die Hausaufgaben ziehen sich, die Gedanken sind überall, nur nicht bei der Aufgabe. Genau da setzen meine Tipps an – alltagstauglich, in der Lerntherapie erprobt und sofort umsetzbar.

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Im Kurs haben wir uns übrigens auch damit beschäftigt, an welchem Tag Newsletter am besten verschickt werden sollten. Dieses Jahr habe ich ihn immer freitags verschickt, im Jahr davor samstags. Dazu habe ich viel Feedback erhalten: Den meisten war der Tag gar nicht so wichtig und gleich danach kamen Freitag und das Wochenende als Wunschtage. Es bleibt also alles beim Alten: Meinen Newsletter verschicke ich weiterhin freitags und wer ihn dann lieber am Wochenende liest, kann das gerne tun.
Lernen ist keine Gerade – warum ich den Lernweg jetzt sichtbar mache
Im Mai habe ich ein Seminar habe ich ein Seminar zur Plattform Levumi besucht, einem kostenlosen Angebot der Gruppe um Marcus Gebhardt (LMU) für Lernverlaufsdiagnostik in Deutsch und Mathematik. Ich kannte die Plattform schon und hatte sogar schon einen Account, wie ich festgestellt habe – genutzt hatte ich sie bisher aber nicht, weil ich sie nicht so leicht zugänglich fand. Das Seminar hat mir jetzt besser gezeigt, was ich damit wirklich machen kann.
Die Idee dahinter ist einfach: Ich schaue nicht nur einmal zu Beginn der Lerntherapie, wo ein Kind steht, sondern begleite seinen Lernweg regelmäßig über die Zeit. Denn Lernen ist keine Gerade – es gibt Phasen, in denen etwas richtig gut läuft, und Phasen, in denen gar nichts voranzugehen scheint. Beides ist normal. Frau Dr. Zellner hat im Seminar sogar betont, dass auch richtig große Rückschritte dazugehören. Das wusste ich zwar, aber die Bestätigung fand ich nochmal beruhigend.
Levumi kann sichtbar machen, ob sich ein Kind im Vergleich zum letzten Mal verbessert hat. Nicht wie in der Schule ein Vergleich mit anderen oder mit der Norm, es gibt keine Note, nur eine Kurve, die den eigenen Lernverlauf zeigt. Das ist für mich so wertvoll, weil ich den Fortschritt dem Kind zeigen kann – damit wird er greifbar und objektiv. Außerdem merke ich frühzeitig, wenn etwas nicht passt: Wenn ein Kind stagniert, ist das vielleicht ein Signal, dass ich Methode, Tempo oder Schwerpunkt anpassen sollte. Beschrieben habe ich das auch als Erfolgsliste in meinem Blogartikel Erfolge in der Lerntherapie sichtbar machen.
Im Bereich Rechtschreibung finde ich Levumi übrigens noch ausbaufähig, aber im Lesen sind viele Stufen auswählbar. Die Plattform werde ich künftig auf jeden Fall verstärkt nutzen, um meinen subjektiven Eindruck zu objektivieren. Nicht weil mein Blick nicht genügt, sondern weil ein zweiter, standardisierter Blick ihn ergänzt.
Braucht es uns Lerntherapeutinnen in Zukunft überhaupt noch?
Im Lerntherapeuten-Netzwerk haben wir uns zuletzt mit einem Thema beschäftigt, das gerade alle umtreibt: Künstliche Intelligenz. Als Sparringspartner finde ich KI inzwischen richtig praktisch, und auch beim Lernen hilft sie mir. In meinem Dänisch-Kurs prüfe ich damit zum Beispiel sofort, ob ich einen Satz richtig formuliert habe. Aber: KI ist immer nur so gut wie das Modell dahinter und wie derjenige, der sie nutzt. Blind verlassen kann ich mich darauf nicht.
Die Frage, die in unserem Austausch mitschwang, war: Braucht es uns Lerntherapeutinnen überhaupt noch? Mein klares Ja. Lerntherapie ist nicht nur Arbeit am fachlichen Inhalt. Emotionale Stärkung, Beziehungsarbeit und Selbstregulation gehören genauso dazu, und das kann eine KI nicht leisten. Oft scheitert Lernen auch gar nicht am Material, sondern am Ins-Tun-Kommen. Allein die Verbindlichkeit, dass wir uns jede Woche treffen, bringt meine Schüler weiter – genau deshalb lerne ich Dänisch im Kurs und nicht mit einer App.
Wo ich KI großartig finde, ist beim Personalisieren: Neulich habe ich eine Übung zur Großschreibung um ein Erfolgserlebnis einer Schülerin herum gebaut. Das motiviert ganz anders als eine unpersönliche Übung. Aber solche Inhalte schaffen nur eine Basis, auf der ich als Mensch weiterarbeite. Denn die Beziehung ist und bleibt beim Lernen entscheidend – das wissen wir spätestens seit der Hattie-Studie.
Was im Mai sonst noch los war
- Ich war zwei Wochen im Urlaub an der französischen Küste. Die Gegend war sehr schön, aber es war leider die meiste Zeit ziemlich kalt und es hat viel geregnet. Dafür waren wir zweimal im „Le table de Frank“ sehr lecker essen und hatten viel Zeit zum Lesen. Für den Rückweg haben wir wieder mal ewig gebraucht und standen gefühlt das ganze Ruhrgebiet im Stau.
- Im Lerntherapeutennetzwerk hat uns Sabine Walker in das Thema „Lernbiografie“ eingeführt. Das war richtig spannend und hat dazu angeregt, über die eigene Lernbiografie nachzudenken: Wie hat mich Lernen und die Schule geprägt? Hat das Auswirkungen auf meine Tätigkeit als Lerntherapeutin? Fragen, denen ich sicher in einem Blogbeitrag nochmal nachgehen werde.
- Ich hatte mal wieder Supervision mit Nicole Gerbatsch und wie immer habe ich viele Anregungen mitgenommen.
Das habe ich im Mai gebloggt
- Berlin, Selbstregulation und ein pünktlicher Zug – mein Monatsrückblick April 2026
- Nachhaltigkeit neu denken: Lerntherapie baut Ressourcen auf, die ein Leben lang tragen
- Warum ich ein Coaching für (angehende) Lerntherapeuten entwickelt habe
- Lesen üben ohne Frust – meine liebsten Lesespiele für Kinder mit Leseschwierigkeiten
Ausblick auf den Juni
- Wir treffen uns zu unserem ersten Niedersachsentreffen des Lerntherapeutennetzwerks in Göttingen.
- Mitte Juni habe ich mein 30jähriges Abitreffen. Darauf bin ich schon sehr gespannt!



