Zuletzt bearbeitet am 1. April 2026
Februar und März hatten so einiges zu bieten – beruflich wie privat. Wenn ich jetzt zurückschaue, fällt mir auf, dass die Momente, die am meisten geblieben sind, oft die kleinen, unerwarteten waren: ein Zauberkunststück, das eine Schülerin zum Strahlen brachte, eine Postkarte, die mich zum Nachdenken gebracht hat und ein Ostfriesentee, der einen kalten Urlaubstag gerettet hat. Was dahintersteckt – und was sonst noch los war – erzähle ich dir hier.
Ausgemistet – endlich!
Ich habe endlich ausgemistet. Das stand auf meiner Want-to-Do-Liste für das erste Quartal. Dabei habe ich mich mit der Frage Welches Material ist eigentlich wirklich gut für die Förderung bei LRS oder Rechenschwäche? beschäftigt. Denn was sollte ich behalten und von was kann ich mich trennen? Alle Materialien, die ich angeschafft habe, fand ich ja eigentlich mal gut? Auch in meinen Beratungen stellen mir Eltern und Lehrkräfte immer wieder diese Frage. Dahinter steckt der Wunsch, es richtig zu machen und für das Kind das beste Fördermaterial bereitzustellen.
Beim Ausmisten habe ich gute Spiele aussortiert, aber was ein gutes Material ist, kann man eben nicht pauschal sagen. Ich hatte so manches Material im Regal stehen, das gut klang, als ich es angeschafft habe und trotzdem nie wirklich zum Einsatz kam.
Ganz im Sinne meines Jahresmottos „Fokus“ bin ich daher meine Regale durchgegangen und habe alles, was nicht mehr zu mir passt, aussortiert. Zum Glück konnte ich vieles an meine Kolleginnen weitergeben und ganz nebenbei ist auch noch ein Blogartikel dazu entstanden, der eine der häufigen Elternfragen aufgreift: Was soll ich mit meinem Kind mit LRS oder Rechenschwäche üben? Darin gehe ich auch auf den Punkt ein, was ein wirklich gutes Material für mich ausmacht.
Jetzt habe ich wieder etwas mehr Platz in meinen Regalen und natürlich habe ich schon einige neue Spiele ins Auge gefasst!

Zauber-Fortbildung
Im Februar habe ich eine Fortbildung zum therapeutischen Zaubern besucht. Ich habe mich sehr darauf gefreut und wurde mit einigen neuen Kunststücken belohnt. Gleichzeitig hat mir die Fortbildung nicht sooo gut gefallen, da der Schwerpunkt sehr auf der therapeutischen Arbeit, z.B. im Klinikalltag, lag und ich das so nicht in die Lerntherapie übertragen kann. Im Austausch mit meinen Netzwerk-Kolleginnen überlege ich nun im April, welche Elemente sich adaptieren lassen. Außerdem werde ich gezielt nach Kunststücken suchen, die auch die fachlichen Fähigkeiten meiner Schüler ansprechen. Wenn du also Zauberkunststücke kennst, die mathematische Fähigkeiten oder genaues Lesen oder Schreiben erfordern, freue ich mich über Tipps!
Zaubern fasziniert mich. Es verbindet Staunen mit Selbstwirksamkeit und Konzentration mit Mut. Und genau das sind ja auch wichtige Bausteine beim Lernen.
Wie kraftvoll so ein kleiner Zaubermoment sein kann, habe ich mit einer Schülerin erlebt. Sie war sehr schlecht drauf und wollte zunächst gar nicht vor die Kamera kommen (Online-Lerntherapie). Ihre Mutter musste einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Als sie schließlich doch vor mir saß, erzählte sie mir von ihrem anstrengenden Tag. Da kam mir eine Idee: Ich fragte sie, ob sie meiner Praktikantin das Zauberkunststück zeigen möchte, das sie vor Weihnachten gelernt hatte. Sofort huschte ein Lächeln über ihr Gesicht (obwohl sie ja beschlossen hatte, an diesem Tag alles doof zu finden). Sie strahlte in die Kamera und führte das Kunststück souverän vor. Anschließend konnten wir ganz konzentriert und entspannt arbeiten. Manchmal reicht so ein kleiner Zaubermoment, um wieder ins Lernen zu finden.
Jeder Experte war mal ein Anfänger
Im Februar und März hatte ich eine Praktikantin bei mir bzw. in der Online-Lerntherapie, eine Lehrerin, die sich auf den Weg zur Lerntherapeutin macht. Sie hat hospitiert, sich Notizen gemacht, mitgespielt und sich getraut, einen neuen Weg einzuschlagen. Zum Abschied hat sie mir ein kleines Päckchen geschickt: mit einer Kerze, einem Buchgutschein und einer Karte mit dem Zitat von Helen Hayes: „An expert in anything was once a beginner.“
Dieser Satz hat mich zum Nachdenken gebracht. Auch ich habe vor zehn Jahren bei null angefangen – mit Fragezeichen im Kopf und jeder Menge Unsicherheit. Und er hat mich an meine Schüler erinnert, die sich oft gar nicht mehr trauen, Sachen überhaupt zu versuchen, weil sie so viele Momente erlebt haben, in denen sie im Schulkontext gescheitert sind. Genau deshalb starte ich in der Lerntherapie immer an der Null-Fehler-Grenze, damit Kinder erst einmal erleben: Ich kann das! Dieses Gefühl ist die Grundlage für alles, was danach kommt.
Die Karte hängt jetzt an meiner Wand. Sie erinnert mich daran, wie wichtig es ist, einfach loszugehen und dass sich oft erst im Rückblick zeigt, was man eigentlich schon alles erreicht hat. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

Nordsee, Tee und eine neue Tasche
Ich hatte eine Woche Urlaub, den wir an der Nordsee verbracht haben. Nun weiß ich auch wieder, warum diese Region nicht zu meinen Lieblingszielen zählt: Man kommt nicht ans Meer! Hat man mal irgendwo einen kleinen Durchlass durch den Deich gefunden, kommt man an den „Strand“ (für mein Gefühl eher ein Mini-Strandbad – für das man wenigstens um diese Jahreszeit keinen Eintritt bezahlen muss) und dann ist garantiert das Meer kilometerweit weg. Kaum Zugang zum Strand, der dann auch noch mini klein ist und sehr viele Verbotsschilder überall – das ist einfach nicht meins.
Das Meer haben wir in diesem Urlaub also nicht gesehen, denn wir haben nur einmal einen „Strand“ angefahren, dann hatten wir wieder genug. Dafür waren wir in Emden bei Thiele Tee Kontor und wurden dort (bei Eiseskälte) sehr herzlich mit einer Tasse Ostfriesentee begrüßt. Außerdem waren wir in einem kleinen Restaurant sehr lecker essen (eigentlich nur mit Reservierung, aber sie hatten doch noch einen Tisch für uns frei) und waren auf dem Emder Wall spazieren. Ein sehr gelungener Tag!
Auch in Aurich waren wir sehr lecker essen und sind ein wenig durch die Stadt gebummelt. Dort habe ich endlich eine neue Tasche gefunden, die den Anforderungen der Ordner im Eisstadion genügt und mich fortan zu den Eishockeyspielen begleitete.
Den nächsten Urlaub verbringen wir übrigens wieder in Nordfrankreich, wo es endlos weite Strände gibt, man auch bei Ebbe das Meer erreicht (wenn man ein bisschen läuft) und die Menschen am Strand entspannt und sehr hundefreundlich sind.
Emder Delftspucker
Grünkohl – sehr lecker!
Bei Thiele Tee im Kontor
Kein Platz für Rassismus!
Was im Februar / März sonst noch los war
- Der Winter blieb noch ziemlich lange. Sogar der Elbe-Seitenkanal war zugefroren. Eine Weile fuhren trotz großer Eisschollen noch Schiff, bis dann der Schiffsverkehr ganz eingestellt wurde. Zum Glück taute der Schnee Mitte Februar endlich weg, die Kälte blieb aber bzw. kam Ende März noch einmal mit voller Wucht zurück.
- An meinem Geburtstag waren wir wieder frühstücken. Ein gemütlicher Start in einen tollen Tag mit kleiner Wanderung durch den Schnee. Dabei sind wir auf den Grenzlehrpfad gestoßen, der unser nächstes Ziel werden wird. Außerdem konnte ich noch einen Stempel in meinem Stempelheft einsammeln.
- Ich habe an der Blogparade von Korina Dielschneider teilgenommen: Welches Wort trägt dich 2026? Eigentlich war ich mir zu Beginn des Jahres sicher, dass ich diesmal kein Motto haben werde, weil ich es nicht brauche. Nachdem ich aber Nicole Gerbatschs Beitrag zur Blogparade gelesen habe, begann mein Kopf zu arbeiten und da war dann das eine Wort: Fokus. Jetzt habe ich doch ein Motto – wenn auch erst im Februar.
- Auch mit Silke und Pia war ich wieder frühstücken. Dabei haben wir wieder jede Menge Ideen entwickelt und uns über die Konzeption von Fortbildungen für Lehrkräfte oder Themenabende für Eltern ausgetauscht. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.
- Für die letzten 4 Heimspiele hatte ich Tickets fürs Eishockey und auch das erste Playoffspiel habe ich mir angeschaut. Mit dem Ausscheiden im 3. Spiel (ausgerechnet gegen Schwenningen, Susanne!) ist die Saison für die Grizzlys Wolfsburg jetzt zu Ende. Kurz vor Abschluss haben wir uns noch den Film Grizzlys Wolfsburg – zwischen Tradition und Titeltraum im Kino angeschaut. Das war richtig schön!
- Im März hatte ich einige Impulsgespräche mit Eltern zu den Themen Üben mit LRS und Nachteilsausgleich. Außerdem standen eine ganze Reihe von Coachingterminen für angehende Lerntherapeutinnen an. Diese machen mir so viel Spaß, dass ich die Elternberatungen jetzt aus meinem Angebot herausgenommen habe. Beides wurde einfach zu viel!
- In der ersten Woche der Osterferien habe ich ganz normal meine Lerntherapie angeboten. Das war der Ausgleich für die Ferienwoche im Februar. Wie immer waren die Ferienstunden toll, denn alle Schüler waren sehr entspannt und es waren sogar fast alle da – manche haben sich aus dem Skiurlaub eingeloggt, andere waren bei Oma und Opa im Wintergarten. Toll, welche Möglichkeiten es heute gibt!
- In den Osterferien kamen außerdem die Fliesenleger und mit ihnen das große Chaos. Erst Zimmer leerräumen, Möbel umschichten, dann tagelang Handwerker beaufsichtigen, während der Lärm durch die Wohnung hallte. Alles andere als erholsam, wenn man eigentlich Ferien hat!

Geburtstag im Café

Mit Pia und Silke beim Frühstück im Strandkorb

Bauarbeits-Chaos in der Küche

Beim Spiel der Grizzlys

Es schneit schon wieder Mitte Februar!

Waldspaziergang im Schnee

Grizzlys-Film im Kino
Das habe ich Februar / März gebloggt
- Mein Blogbeitrag zur Blogparade von Korina Dielschneider: Mein Motto 2026 – nur ein Wort: Fokus
- Meine 20 Lieblingsmaterialien in der Lerntherapie – mit weiteren Tipps von meinen Kolleginnen
- Im Februar und März konnte ich wieder Schüler verabschieden. Daraus ist dieser Artikel entstanden: Lerntherapie ist keine Dauerbegleitung – was sie wirklich bewirkt
- LRS und Förderunterricht in der Schule: Hilft er wirklich? – ein Artikel, der aus meinen Elternberatungen heraus entstanden ist
- Wie finde ich eigentlich gutes Material: Was soll ich mit meinem Kind mit LRS oder Rechenschwäche üben?
- 7 Fragen, die ich vor Beginn der Lerntherapie immer stelle und was die Antworten mir verraten – ein interessanter Einblick in die Vorbereitung einer Lerntherapie
Ausblick auf den April
Im April fahre ich zum DUDEN-Kongress nach Berlin, Hotel und Zugticket sind schon gebucht. Ich freue mich auf interessante Vorträge zum Thema Selbstregulation – ein Schlüssel zum Lernen und darauf, liebe Kolleginnen zu treffen. Wenn du auch kommst, melde dich doch bei mir oder sprich mich vor Ort an! Ich freue mich auf den Austausch und bin gespannt, welche neuen Ideen und Impulse ich mit nach Hause nehmen werde.
