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Berlin, Selbstregulation und ein pünktlicher Zug – mein Monatsrückblick April 2026

Sabine Landua im Hintergrund der Bahnhof mit durchfahrendem ICE

Zuletzt bearbeitet am 3. Mai 2026

Selbstregulation, Schnecken und ein pünktlicher Zug – das ist mein Monatsrückblick April 2026 in drei Stichworten. Das klingt nach einem bunten April, oder? War es auch. Wobei ich zugeben muss, dass ich das Motto erst im Nachhinein erkannt habe. Manchmal merkt man erst beim Rückblick, was einen Monat wirklich geprägt hat.
Bei mir war es eindeutig das Thema Selbstregulation sehr präsent: Auf dem Fachkongress in Berlin, im Interview mit einer elfjährigen Schneckenexpertin und ganz praktisch zu Hause, als die Handwerker wieder mal länger blieben als geplant. Dazwischen gab es zwei neue Spielentdeckungen, schöne Rückmeldungen zu meinem Newsletter und einen Zug, der tatsächlich pünktlich war. Letzteres hat meine Selbstregulation erheblich erleichtert.

Der DUDEN-Kongress in Berlin

Im April war ich für ein tolles Wochenende mit lieben Kolleginnen beim 5. Bundeskongress „Lerntherapie und inklusive Schule“ der Duden Institute für Lerntherapie in Berlin. Es war ein richtig tolles Wochenende und den vielen Input verarbeite ich ehrlich gesagt noch immer.

Das Thema Selbstregulation zog sich wie ein roter Faden durch viele Vorträge und Workshops. Prof. Trautwein hat in seiner Keynote klargemacht, warum Selbstregulationskompetenz keine nette Zusatzqualifikation ist, sondern echte Bedeutung hat: Sie hängt direkt mit schulischen Leistungen zusammen, ist entscheidend für Wohlbefinden und psychische Gesundheit und sie ist heute auch die Grundlage für einen sinnvollen Umgang mit Social Media und Künstlicher Intelligenz.

Das hat mir eine Frage beantwortet, die mich schon seit Jahren beschäftigt: Mache ich in der Lerntherapie zu viel Lerncoaching? Die Antwort ist ganz klar: Nein. Die Förderung der Selbstregulation ist eine wichtige Basiskompetenz, ohne die schulischer Erfolg nicht möglich ist. Typische Themenbereiche des Lerncoachings, wie Ziele setzen, den Lernweg planen, die richtige Arbeitshaltung einnehmen, dranbleiben, reflektieren, Erfolge feiern, all das üben wir auch in der Lerntherapie und das ist wichtig. Mehr dazu findest du in meinem Blogbeitrag Wie viel Lerncoaching steckt in meiner Lerntherapie? Über Selbstregulation als Schlüssel zum Lernen.

Auf der Rückfahrt von Berlin habe ich begonnen, das alles zu sortieren. Ein paar Tage später haben wir im Lerntherapeuten-Netzwerk noch einmal aus unseren Workshops berichtet und dann war mir klar, ich muss das Thema konzeptionell noch stärker in meiner Lerntherapie verankern. Im Moment überlege ich noch, wie das aussehen kann, aber für nach den Sommerferien werde ich daraus ein neues Angebot kreieren.

Und der Zug? Der fuhr tatsächlich auf dem Hin- und dem Rückweg pünktlich! Es war gar keine Selbstregulation meinerseits nötig. Ich erwähne das nur, weil ich bei anderen Fortbildungen da schon ganz andere Erfahrungen gemacht habe, z.B. bei meiner Fahrt nach Salzburg bzw. zurück, bei der sich stündlich der Fahrplan und meine Reiseroute änderte.

„Wenn ich angespannt bin, kommen sie nicht raus“ – Ellie und ihre Achatschnecken

Das Thema Selbstregulation zog sich weiter durch meinen April. Neben meinen Überlegungen, wie ich die Förderung von Selbstregulationskompetenzen weiter in meine Lerntherapie integrieren könnte, erzählte mir Ellie, 11 Jahre alt, dass ihr ihre Schnecken „beim Runterkommen helfen“. Meine Neugier war sofort geweckt! 

Ellie hält drei Afrikanische Riesenschnecken, eine braune und zwei weiße, und ich durfte sie interviewen. Sie erzählte mir, dass alles mit einer Folge „Anna und die wilden Tiere“ begonnen hat, wie man Achatschnecken hält, was sie fressen, warum man mindestens zwei braucht und vor allem, was die Schnecken ihr beibringen. Denn das Faszinierende ist: Die Schnecken lassen sich nicht drängen. Wer ungeduldig ist, wer zappelt, wer angespannt ist, bei dem kommen sie einfach nicht raus. Ellie hat sofort gemerkt, dass sie selbst ruhiger werden muss, damit sich ihre Schnecken sicher fühlen und aus ihrem Haus herauskommen.

Als Lerntherapeutin hat mich das sofort hellhörig gemacht. Das ist genau das, worüber Prof. Trautwein auf dem Kongress gesprochen hat: sich beruhigen, sich selbst regulieren und der Situation anpassen. Nicht weil jemand sagt „jetzt sei mal ruhig und konzentrier dich mal“, sondern weil die Schnecken ehrliches und unmittelbares Feedback geben. Das ist Förderung der Selbstregulation pur! Für Kinder, die in der Schule oft unter Druck stehen und deren Nervensystem im Dauerstress ist, kann genau so ein Tier ein echter Ruheanker sein. Mein komplettes Interview mit Ellie findest du hier: Wenn ich angespannt bin, kommen sie nicht raus

Spielerisches Lernen oder das Glück des Zockens

Wenn Lernen ganz nebenbei passiert, finde ich das immer wunderbar. Deshalb liebe ich Spiele aus so gerne und bin immer auf der Suche nach neuen Ideen. An Ostern war ich bei meinen Eltern zu Besuch und meine Schwester hatte Tutto mitgebracht. Das ist genau so ein Spiel, welches das Lernen ganz nebenbei fördert und ist daher für meine Schüler besonders geeignet. Denn eigentlich steht das Zocken im Vordergrund und das Rechnen geschieht nebenbei, ist nur das Mittel zum Zweck, nämlich gewinnen!

Falls du es noch nicht kennst: Es wird gewürfelt und in jeder Runde werden Zehner- oder Hunderterzahlen addiert – meistens im Zahlenraum bis 1000, beim Zusammenzählen der Gesamtpunkte sogar bis 6000. Bei jedem Zug muss man sich entscheiden: weitermachen oder aufhören? Wer sich verzockt, verliert alle Punkte der Runde. „No risk – no fun!“, sagt meine Schwester immer. Ein einfaches Spielprinzip und genau das macht es so schön.

Was mich als Lerntherapeutin daran begeistert: Da steckt so viel mehr drin, als man auf den ersten Blick sieht. Irgendwann stellen sich nämlich unweigerlich Fragen: „Wie wahrscheinlich ist es, einen Dreier-Pasch, eine Straße oder mit zwei Würfeln noch eine 1 oder 5 zu würfeln?“ denn nur diese Kombinationen bringen Punkte. Und plötzlich denken alle am Tisch über Wahrscheinlichkeiten nach. Gleichzeitig wird bei jedem Wurf gerechnet. Nicht weil jemand sagt „jetzt rechnen wir“, sondern weil es ums Gewinnen geht. Spielerisches mathematisches Denken in Reinform: Wahrscheinlichkeit, Risikoabwägung, schnelles Kopfrechnen. Alles ist drin und niemand beschwert sich, dass er Mathe übt.

Im April kam noch ein tolles Spiel als Überraschung per Post. Katharina hat mir nach ihrem Praktikum bei mir ein Dankeschön-Päckchen geschickt. Darin waren viele tolle Dinge und Flip 7. Ausgesucht hat es ihr Sohn, weil es sein Lieblingsspiel ist. 

Flip 7 ist ebenfalls ein Zockerspiel, bei dem Zehner und Einer im Zahlenraum bis 200 addiert werden. Eigentlich ist es für drei oder mehr Spieler gedacht, aber ich denke, es lässt sich in der 1:1-Lerntherapie gut einsetzen, wenn jede Person einfach zwei Plätze übernimmt. Mit meinen Schülern habe ich es noch nicht gespielt, aber ich freue mich schon darauf. Die Kombination aus echtem Spielspaß und Kopfrechnen ganz nebenbei ist einfach unschlagbar.

Beide Spiele eignen sich ab etwa 8 Jahren beziehungsweise dann, wenn der jeweilige Zahlenraum erarbeitet wurde. Natürlich können ältere Mitspieler oder Erwachsene beim Rechnen unterstützen. So kann die ganze Familie gemeinsam spielen.

Was im April 2026 sonst noch los war:

  • Ich habe viele tolle Rückmeldungen zu meinem Newsletter bekommen. Beim Einkaufen sprach mich der Vater eines ehemaligen Schülers an (er liest den Newsletter noch immer und freut sich jedes Mal über die guten Tipps). Meine Abi-Mitschülerin Gisela, die heute als Lehrerin arbeitet, hat mir erzählt, wie sie mit einem Spiel eine Schülerin endlich für Mathe in der Einzelförderung gewinnen konnte. Und auf dem Kongress hat mich Anne angesprochen, um sich einfach für den Newsletter zu bedanken. Sie setzt viele der Tipps in ihrer eigenen Arbeit als Lerntherapeutin um. Diese Rückmeldungen sind einfach wunderbar. Danke euch!
  • In Berlin habe ich superlecker gegessen. Die Verpflegung beim Kongress war (für mein Gefühl) typisch für Berlin mit verschiedenen Bowls und leckerem Nachtisch zu Mittag und Gemüsesticks mit Hummus für Zwischendurch. Abends waren wir vegan essen und es war einfach sehr, sehr lecker! Auch das Frühstücksbuffet im Hotel habe ich sehr genossen.
  • Im April habe ich auch endlich die Aufzeichnung der Fortbildung zum Thema ADHS angeschaut, die ich mir eigentlich schon für die Weihnachtsferien vorgenommen hatte. Auch hier spielte das Thema Selbstregulation eine große Rolle.
  • Eine gehörige Portion Selbstregulation war auch nötig, um die Arbeiten der Handwerker im Wohn- und Essbereich auszuhalten. Zum Glück fiel die meiste Zeit der Arbeiten in die Ferien, so dass die Arbeit mit meinen Schülern nur teilweise räumlich beeinträchtigt war, aber die Ferien hatte ich mir auch anders vorgestellt. Natürlich dauerte es länger als geplant, aber jetzt ist alles wieder schön eingerichtet.
  • Ich war wieder lecker frühstücken – diesmal in einem Bio-Hofladen. Danke Silke für den Tipp und die Rettung vor einem weiteren Tag mit den Handwerkern!
  • Ganz kurzfristig habe ich eine Online-Führung zur Ausstellung „Monets Küste“ im Städelmuseum Frankfurt besucht. Das war sehr interessant, hätte aber sicher noch etwas ansprechender gestaltet werden können. Wer sich für Kunst interessiert, kann bei Katrin Ratzmann 100+ beste Impulse, die deine Kreativität entfachen nachlesen – übrigens auch eine sehr gute Möglichkeit, Selbstregulation zu üben.
  • Im Lerntherapeutennetzwerk haben wir uns zum therapeutischen Zaubern, der Selbstregulation bzw. unserer Eindrücke vom Kongresse und zum Mathematiklernen mit Bilderbüchern ausgetauscht.
  • Im letzten Jahr war ich Mitglied in der Newsletter-Membership von Irene Theiß. Leider setzt sie das Programm in diesem Jahr nicht fort. Zufällig entdeckte ich ihr Angebot des Newletter-Check-Ups und war mir sicher, dass das im Moment genau das Richtige für mich ist. Und es war toll! Irene hat sich mein gesamtes Newsletter-Set-Up angeschaut und mir tolle Tipps gegeben, die ich jetzt nach und nach einarbeiten werde. Wenn du wissen willst, wie mein Newsletter aussieht, kannst du ihn hier abonnieren.
Sabine Landua mit Kaffeetasse in einem kreisrunden Bildausschnitt

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Das habe ich im April 2026 gebloggt

Ausblick auf den Mai 2026

  • Im Lerntherapeutennetzwerk tauschen wir uns über die Bedeutung der Lernbiografie und KI in der Lerntherapie aus.
  • Ich schaue mir die Plattform levumi genauer an. Ich bin gespannt, was ich Neues erfahre.
  • Natürlich gehe ich wieder mit Silke frühstücken – sogar an zwei Tagen hintereinander: einmal als Kolleginnen und einmal mit unseren Männern.
Veröffentlicht unter Rückblicke

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